"Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren."
Maria Montessori
Montessoripädagogik ist heute in fast allen Teilen
der Erde bekannt und als alternatives Lehrkonzept anerkannt. Für die
Namensgeberin Maria Montessori war diese pädagogische Konzeption ihr
Lebenswerk, an dessen Perfektionierung sie bis kurz vor ihrem Tod
gearbeitet hatte.
Die in Italien geborene Maria Montessori (1870 - 1952) war Ärztin und Pädagogin. Im Jahr
1896 erwarb sie als erste Frau einen medizinischen Doktortitel in
Italien. Im Anschluss arbeitete sie bis 1898 als Assistenzärztin in der
Abteilung für Kinderpsychiatrie der römischen Universitätsklinik. In
dieser Zeit begann sie sinnorientiertes Lehrmaterial zu entwickeln, da
sie in der Aktivierung der Sinne ein immenses Potential der
Förderungsmöglichkeiten erkannte.
In der Folgezeit war sie als Direktorin eines heilpädagogischen
Instituts tätig und habilitierte 1904 im Fach Anthropologie. 1907
übernahm sie die Leitung eines Kinderhauses in San Lorenzo, einem
ärmlichen Vorort Roms. Im "casa dei bambini" kamen Kinder mit
differierendem Entwicklungsstand, unterschiedlicher sozialer Herkunft
und verschiedenen Alters zusammen. Hier konnte Maria Montessori ihre
zuvor entwickelten Arbeitsmaterialien und Lehrmethoden einsetzen,
weiterentwickeln und an einem pädagogischen Gesamtkonzept arbeiten.
Die
neuen Ansätze zeigten ungeahnte Erfolge und wurden begeistert
angenommen. In den Folgejahren wurden nach den Grundsätzen und unter
Anleitung Maria Montessoris weltweit zahlreiche Kinderhäuser und
Schulen gegründet.
Ab 1913 bereiste sie viele Länder der Erde, um ihre Erkenntnisse
anderen zugänglich zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln. In dieser
Zeit fasste sie ihr pädagogisches Konzept erstmals in einem Buch
zusammen.
Der Einzug des Faschismus und des Nationalsozialismus in Italien und Deutschland erschwerte und behinderte die
Arbeit von Maria Montessori erheblich. Sie zog daher im
Jahre 1934 nach Spanien und zwei Jahre später in die Niederlande. 1940
ging sie, nach Besetzung der Niederlande durch die Deutschen, nach
Indien und kehrte erst 1949 nach Europa zurück.
Schulen und Kinderhäuser, die nach Maria Montessoris Konzept arbeiten, sind heute auf der
ganzen Welt verbreitet. Ihr Name ist mittlerweile Synonym für eine
ganzheitliche, auf das Individuum ausgerichtete Pädagogik.