"Eine inklusive Schulkultur wird getragen von dem Vertrauen in die Entwicklungskräfte aller Beteiligten und dem Wunsch, niemanden je zu beschämen."
Wenn auf dem Weg von der Segregation zur Integration ein großes Umdenken stattgefunden hat, so wird die Entwicklung von der Integration zur Inklusion eine noch stärkere Veränderung im Denken und Handeln erfordern.
Inklusion bedeutet Besonderheiten und Unterschiedlichkeiten wertschätzend und als Bereicherung wahrzunehmen, was mehr ist als das bloße Tolerieren der Anderen. Sie verlangt sich selbst zu überprüfen und eine neue Sichtweise auf die Vielfalt unserer globalen Gesellschaft zu entwickeln, von der kein Mitglied wegen einer Besonderheit ausgeschlossen wird. Jeder begegnet dem Anderen mit Respekt, achtet seine Würde und genießt auf diese Weise selber Anerkennung.
In der Arche Nova Montessori Schule für Alle gehen wir nicht von einer Diagnose, von einer genetischen Disposition, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Herkunft eines Menschen als möglichem Defizit aus, sondern wir bemühen uns, im aufrichtigen Dialog gemeinsam herauszufinden, welche Fähigkeiten das einzelne Kind, die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler haben und wie und unter welchen Rahmenbedingungen sie ihre bestmöglichen persönlichen Leistungen erbringen können. Jede einzelne Person wird in ihrer Besonderheit von allen Anderen gewürdigt und wertgeschätzt, sie übernimmt Verantwortung für sich und die Anderen und begegnet ihrem Gegenüber mit gebührlichem Respekt.
Eine inklusive Schule ist eine Schule in Bewegung, die ständige Entwicklung und Selbstreflexion erfordert.
Die Entwicklung zur Inklusion ist ein Prozess. Der pädagogische und gesellschaftspolitische Schwerpunkt der Arche Nova Montessori Schule für Alle stellt diesen Weg zu einer inklusiven Kultur mit dem Erleben und Erlernen von inklusiven Werten dar, als da sind Partizipation, Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt, Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Fairness, Hilfsbereitschaft. Die Teilhabe für alle bedeutet lernen, spielen und arbeiten gemeinsam mit anderen sowie Wahl- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für jede/n. Das Ziel ist eine inklusive Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der Vielfalt, an der alle teilhaben können und von der niemand wegen einer Besonderheit ausgeschlossen ist. Vor allem geht es darum, anerkannt, akzeptiert und wertgeschätzt zu werden - so wie wir sind. Das Ziel sämtlicher Handlungen, Entwicklungen und Veränderungen in der Arche Nova Montessori Schule für Alle sind auf diesen Prozess ausgerichtet.
Durch die Entwicklung von gemeinsamen inklusiven Werten, die den gleichen Stellenwert hat, wie die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler, durch die heterogene Zusammensetzung der Klassen und die Jahrgangsmischung haben die Kinder und Jugendlichen die Chance, im Schulalltag eine inklusive Wertorientierung und soziale Fähigkeiten zu entwickeln und zu erlernen.In der Praxis der Arche Nova Montessori Schule für Alle werden während der Klassenstunden regelmäßig Lerngruppen gebildet, in denen Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Begabungen und Fähigkeiten gemeinsam arbeiten. Hierbei geht es weniger um richtig oder falsch, sondern darum, eine gestellte Aufgabe gemeinsam zu erarbeiten. Die Barrieren beim Lernen und der Teilhabe sollen nicht nur für die Kinder und Jugendlichen mit "erhöhtem Förderbedarf" spürbar werden. Vom Abbau dieser Barrieren sollen alle gemeinsam profitieren. Die Schülerinnen und Schüler lernen, in den Unterschieden der Einzelnen potenzielle Ressourcen zu entdecken, diese zu nutzen und entwickeln gleichzeitig einen sozialen Bezug. In die Präsentation des Arbeitsergebnisses werden alle Mitglieder der Lerngruppe einbezogen. In diesen Gruppen aus Kindern und Jugendlichen mit stark differierenden Lernmethoden und Leistungsfähigkeiten, mit unterschiedlichen Muttersprachen oder aus verschiedenen Kulturkreisen wird der Sinn für differenziertes Wahrnehmen geschult. Gleichzeitig ist der mögliche Erfahrungsspielraum in einer heterogenen Gruppe besonders groß. Somit können Beobachtungsgabe und Selbstreflexion vertieft werden.
Lernen und Lehren, Geben und Nehmen: durch die wechselnden Positionen in den verschiedenen, selbst gewählten oder vorgegebenen Gruppenzusammensetzungen können die Schülerinnen und Schüler alle jeweiligen Rollenaspekte erleben. Ein so genanntes schwächeres Kind kann in die Lage gebracht werden, eine erworbene Fertigkeit anderen Kindern zu vermitteln und gelangt damit in die Rolle des Lehrenden oder Gebenden. Die Mitschülerinnen und -schüler lernen auch von vermeintlich Schwächeren zu nehmen und erfahren, dass schwach zu stark werden kann und ebenso die Umkehrung nicht als Defizit erlebt werden muss.
Durch die Institutionalisierung von Unterstützerkreisen wird eine weitere soziale Komponente entwickelt. Unterstützerkreise können für jede Schülerin und für jeden Schüler gebildet werden. Der Kreis setzt sich aus Menschen zusammen, die von der Person ausgewählt werden, die um Unterstützung bittet und von ihr als kompetent angesehen werden. Dies können Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Laien oder Fachleute, aus dem schulinternen Kreis oder Externe sein. Ein/e speziell ausgebildete/r Moderator/in leitet den Kreis an. Der Unterstützerkreis schlägt Strategien bei kurzfristigen oder aktuellen Problemen, wie zum Beispiel bei Schwierigkeiten mit dem Elternhaus oder bei langfristigen Bedürfnissen, wie der Entwicklung eines inklusiven Berufsweges im Anschluss an die Schule vor. Die Kinder und Jugendlichen lernen selbstverständlich um Unterstützung zu bitten, sie anzunehmen oder umgekehrt aktiv zu geben.
Die Partizipation auf allen Ebenen muss für jede Schülerin und jeden Schüler gewährleistet werden. Das gilt nicht nur für die räumliche Barrierefreiheit sondern auch für die Ausbildung des Bewusstseins der wertschätzenden Anerkennung der Besonderheit jedes Einzelnen in der Entwicklung von gemeinsamen inklusiven Werten. Sie betrifft die notwendige Differenzierung im Unterricht durch das Lehrerteam , ebenso wie die Teilhabe an den Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen der gesamten Schule. Durch die aktive Partizipation an der Schulentwicklung und die gemeinschaftliche Gestaltung der Schulordnung wird gleichzeitig die Verantwortlichkeit geschult und gestärkt. Vielfältige Erfahrungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche selbst aufgestellte Regeln lieber beachten als vorgegebene und dass sie Gegenstände und Strukturen eher respektieren, wenn sie selbst dafür verantwortlich sind. Ebenso belegen Langzeitstudien in integrativen Klassen die besondere Ausprägung des sozialen Verhaltens und die nachhaltigere Verantwortungsbereitschaft.
Dialog in den verschiedensten Formen findet kontinuierlich statt: zwischen Lehrkraft und Schüler/in, innerhalb der Schülerschaft oder im Kollegium. Ziel ist es, eine gewaltfreie Gesprächskultur zu entwickeln, die über den reinen Austausch von Informationen hinausgeht. In dieser Wechselbeziehung liegt die Wertschätzung des jeweils anderen. Aktiv Hören und Sprechen auf demselben Achtungsniveau bringt die Wertigkeit der Personen in Gleichklang. Jede Schülerin und jeder Schüler hat ebenso wie jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter das Recht, im Dialog die eigene unverfälschte Meinung zu entwickeln und diese, unter Anerkennung der Würde des Gesprächspartners, kundzutun.
Friedenserziehung und verschiedene Formen der Gewaltprävention werden in der Schule immer bedeutender. In einer inklusiven Schule, in der ein bewusster Umgang mit Verschiedenheit gelernt wird, ist es besonders wichtig, Gewalt fördernde Muster und Strukturen frühzeitig wahrzunehmen und zu wandeln. Ein Schwerpunkt der Arche Nova Montessori Schule für Alle liegt deshalb auf Friedenserziehung, Gewaltprävention und Konfliktverhalten.
Friedenserziehung ist Erziehung zum Frieden hin. In der Grundschule bieten sich vor allem Zugänge an, in denen eigenes Gestalten und Handeln im Mittelpunkt stehen. Dazu kann auf eine Reihe von Materialien zurückgegriffen werden, die eigens für die Grundschule entwickelt wurden (z.B. vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.). Die Schulung von Streitschlichtern und Mediatoren innerhalb der Schülerschaft hat sich vielfach bewährt und wird auch für die Arche Nova Montessori Schule für Alle geplant.
Der Themenbereich Krieg und Frieden wird in den fachgebundenen Unterricht integriert (Kunst, Religion und Ethik, kosmische Erziehung ) sowie nach den Bedürfnissen der Kinder in die Gesprächskreise aufgenommen. In den höheren Jahrgangsstufen wird dieses Thema in die Fachbereiche Geschichte, Sozialkunde, Religion und Ethik integriert.
Durch den individuellen Zuschnitt der schulischen Ansprüche auf die einzelnen Kinder und Jugendlichen, wird Gewaltprävention in der Arche Nova Montessori Schule für Alle aktiv gelebt. Die schulischen Ansprüche werden von jedem Einzelnen für sich selber mitbestimmt, so dass sie auch erfüllt werden können. Unter dieser Voraussetzung wird die Würde jedes Einzelnen geachtet. In einer Umgebung der gegenseitigen Wertschätzung und mit der Möglichkeit, nach dem eigenen Tempo und den eigenen Fähigkeiten die persönliche Bestleistung zu erbringen, erwächst Leistungsbereitschaft ohne Konkurrenzverhalten. Niemand wird beschämt.
Eine Schulgemeinschaft der Heterogenität, bestehend aus verschiedenen Gesellschaftsgruppierungen und Menschen mit unterschiedlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen, bietet den Einzelnen die Möglichkeit, im Alltag miteinander in Kontakt zu treten, sich kennen zu lernen und die jeweiligen Grenzen zu überwinden. Unter diesen Voraussetzungen treten Berührungsängste und Fremdheiten zwischen den einzelnen Personen in den Hintergrund. Das Erlernen von Toleranz und Demokratie, das Erleben von Anerkennung und Respekt bereiten den Nährboden für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander.
Konflikte gehören zum menschlichen Leben. Streiten ermöglicht, sich und andere besser kennen zu lernen, Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Interessen wahrzunehmen. Gerade für Kinder ist der Streit essentieller Bestand ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Kinder müssen lernen, mit Freiheit umzugehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Dazu benötigen sie Unterstützung. Die Arche Nova Montessori Schule für Alle will dazu beitragen, dass Streit und Auseinandersetzung konstruktiv erlebt werden, dass eine positive Konfliktkultur erlernt wird. Elemente hierfür sind verschiedene Interessen und persönliche Eigenarten zu respektieren, unterschiedliche Ansprüche zum Tragen kommen zu lassen. Die Basis dafür ist die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse. Ziel ist es, die jeweils eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die persönlichen Grenzen der anderen zu verletzen.
Um im schulischen Alltag eine tragfähige Basis für tolerantes Verhalten unter den Kindern und Jugendlichen, zwischen Lehrern und Schülern, sowie auf der Erwachsenenebene herstellen zu können, braucht es klar umrissene Strukturen, die unterschiedlichen Meinungen, Bedürfnissen und Ansprüchen genügend Raum geben. Diese Regeln werden in den verschiedenen Säulen und Klassen erarbeitet und durch Kontrakte für alle verbindlich gemacht. Sie sollen helfen, sowohl eine gut funktionierende Konfliktkultur für die gesamte Schule als auch einen aktiven Beitrag zur Demokratie- und Toleranzerziehung zu gewährleisten. Als praktisches Instrument für eine gelebte Konfliktkultur im schulischen Alltag wird auf Elemente der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg zurückgegriffen. Die Pädagoginnen und Pädagogen werden entsprechend geschult. Nach dem 5-Säulen-Prinzip werden Weiterbildungen hierzu auch für Eltern, Trägerverein und alle übrigen MitarbeiterInnen angeboten.
Als Mittel der internen Evaluation und Selbstreflektion liegt uns der "Index für Inklusion" vor. Der Index stellt eine Materialsammlung zur Schulentwicklung dar, "einen Fundus, aus dem Schulen schöpfen können, die sich als Schule für alle Kinder verstehen,der Index bietet eine Systematik, die dabei hilft, nächste Schritte in der Entwicklung zu gehen". Der Index enthält Fragen und Indikatoren, die dazu dienen, inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken zu entwickeln und damit die abstrakte Problemstellung der Entwicklung von der Integration zur Inklusion zu konkretisieren.
In der von Maria Montessori entwickelten Pädagogik stehen das Kind in seiner Ganzheit und seine Entfaltung zu einer selbstständigen, ausgeglichenen Persönlichkeit im Mittelpunkt. Sie berücksichtigt die Individualität und den Entwicklungsstand eines Jeden.
Die von Maria Montessori erarbeiteten Methoden und Materialien ermöglichen ein eigenständiges, ganzheitliches und aktives Lernen. Sie sind universell und können in allen Kulturen und Sprachen gleichermaßen angewendet werden.
Respekt gegenüber allen Lebewesen und der Natur führen zu sozialem Verhalten sowie einem friedfertigen Umgang miteinander. Für Maria Montessori bedeutet die "Erziehung zum Frieden" einen wesentlichen Bestandteil der menschlichen Entwicklung.
Die 1870 in Italien geborene Maria Montessori studierte Medizin und erwarb als erste Frau in Italien den Doktortitel. Während ihrer Arbeit in einem Krankenhaus mit so genannten "geistig behinderten" Kindern entdeckte sie deren Förderungsmöglichkeiten durch die Aktivierung ihrer Sinne. In ihrem 1907 in einem Armenviertel in Rom gegründeten "casa dei bambini" (Kinderhaus) erkannte sie, dass ihr neuartiges pädagogisches Konzept und ihr speziell entwickeltes Arbeitsmaterial von Kindern mit differierendem Entwicklungsstand, unterschiedlicher sozialer Herkunft und verschiedenen Alters ebenso begeistert angenommen wurde wie von den so genannten "geistig behinderten" Kindern.
In den folgenden Jahren wurden unter der Anleitung von Maria Montessori Kinderhäuser und Schulen gegründet, die aus diesen Erkenntnissen praktische Konsequenzen zogen. Unterrichtsformen und didaktisches Arbeitsmaterial entstanden, die dem kindlichen Forschungs- und Entwicklungsdrang Raum gaben und selbstbestimmtes Lernen ermöglichten. Schulen und Kinderhäuser, die nach diesem Konzept arbeiten, sind mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet.
Durch Studium, Beobachtung und Reflexion erkannte Maria Montessori einen kindlichen Selbsterziehungsprozess. Das Kind folgt seinem inneren Bauplan. Sie beobachtete, dass Kinder von Anfang an absorbierend lernen, das heißt, sie lernen, ohne dass ihnen jemand etwas "beibringt". Sie nehmen auf, ahmen nach und üben unermüdlich. Der richtige Zeitpunkt und die dafür benötigte Zeitspanne sind individuell verschieden. Wenn sie einen Fertigkeitsgrad erreicht haben, der sie persönlich befriedigt, wenden sie sich einem neuen Lernziel zu. Diese Fähigkeit des absorbierenden Lernens behalten Kinder auch über den Zeitpunkt ihres Schuleintritts hinaus bei, wenn sie nicht durch oktroyierte Lernziele und vorgegebene Zeitmuster eingeschränkt werden. Auf der Grundlage ihrer Erkenntnis baute Maria Montessori ihre pädagogische Philosophie und Praxis auf.
"Ich habe nicht zuerst die Grundsätze aufgestellt und nach ihnen dann meine Erziehungsmethode eingerichtet. Gerade das Gegenteil war der Fall: Nur die unmittelbare Beobachtung der Kinder, deren Freiheit beachtet wurde, hat mir bestimmte Gesetze ihren inneren Lebens offenbart, von denen ich später entdeckte, dass sie allgemeine Gültigkeit haben."
Ausgehend von ihren Beobachtungen entwickelte Maria Montessori Materialien, die dem angeborenen, kindlichen Drang nach Ordnung und sinnvoller Tätigkeit entsprechen und dazu dienen, die Entwicklung der eigenen intellektuellen wie motorischen Fähigkeiten zu fördern, zentrale Kulturtechniken zu erlernen und grundlegende Phänomene von Natur und Kultur kennen und verstehen zu lernen. Maria Montessori erkannte, dass das "Be-greifen" im wörtlichen Sinne für Kinder im Alter bis zu etwa zwölf Jahren förderlich, wenn nicht gar notwendig für die intellektuelle Durchdringung eines Phänomens, einer gedanklichen Operation oder eines anderen Lerninhalts ist. Das von ihr entwickelte Material ist den jeweiligen Entwicklungsbedürfnissen des Kindes angepasst und hat einen starken Aufforderungscharakter, der das Interesse des Kindes immer wieder weckt und zu wiederholtem selbständigen, aktiven Handeln und Denken anregt. Auch wenn das Material bestimmte Operationen nahe legt, die in der Regel von Maria Montessori selbst als von der Lehrkraft zu präsentierende, so genannte Drei-Stufen-Lektion vorgeschrieben wurden, so lässt gerade die Klarheit und Einfachheit des Materials großen Spielraum. Bei der Arbeit mit ihm können sich ganz eigene geistige Bilder, Gedanken-Sequenzen und Verknüpfungen entwickeln. Es sind gerade diese durch die Material-Arbeit angeregten, individuellen geistigen Aktivitäten und Synapsenbildungen im Gehirn, welche nachhaltiges und vernetztes Lernen ermöglichen .
Nach der Einführung eines Materials durch die Lehrkraft in der Drei-Stufen-Lektion, kann das Kind seinen eigenen Lernprozess selbständig steuern und entwickeln. Durch die Möglichkeit der Selbstkontrolle, die jedem Material immanent ist braucht es nur im Bedarfsfall eine Lehrkraft um Hilfe zu bitten. Hilf mir, es selbst zu tun" ist einer der grundlegenden Leitsätze in der Montessori-Pädagogik.
Die Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen besteht darin, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören Raum, Licht, Ruhe und Ordnung, sowie die Bereitstellung des den jeweiligen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerechten Montessori-Materials; indem sie den Kindern dessen möglichen Anwendungen anschaulich präsentieren und ihnen Impulse für ihre Eigenaktivität geben. Bei individuellem Bedarf unterstützen sie die Kinder in der Organisation ihrer Arbeit und in der Arbeit selbst und führen sie immer mehr zu eigenständigem Arbeiten hin.
Selbständiges und selbstbewusstes Lernen und Arbeiten sind in einer modernen Entwicklungsgesellschaft, die den Menschen zunehmend eigenständiges Denken, Kompetenz zur Konfliktlösung und hohe Flexibilität abverlangt, Schlüsselqualifikationen von besonderer Bedeutung.
Die neusten Ergebnisse der Lernforschung und der genetischen Entwicklungspsychologie weisen auf die Notwendigkeit ganzheitlichen Lernens hin. Die Theorie, dass der einzelne Mensch durch spezielle Erfahrungen und persönliches Handeln seine ganz individuellen geistigen Strukturen und seine unverkennbare Persönlichkeit entwickelt, gibt den Erkenntnissen Maria Montessoris recht, die das Kind "als Baumeister seiner selbst" bezeichnet. So gewinnt die Montessoripädagogik wieder zunehmend an Bedeutung und öffentlicher Anerkennung. Ihre Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern und zu selbständigen Menschen heranwachsen zu lassen sind so vielfältig, da die Pädagogik vom jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ausgeht. Ein Kind mit einer Entwicklungsverzögerung erbringt ebenso seine persönliche Höchstleistung wie ein hochbegabtes Kind.
Das Arbeitsmaterial wird ständig erweitert und kann den Anforderungen der heutigen Zeit angepasst werden, ohne den Weg der Montessoripädagogik zu verlassen. So ist heutzutage auch der Computer ein Bestandteil der vorbereiteten Umgebung, um den Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsbewussten, selbständigen Umgang mit diesem Medium zu ermöglichen.
Maria Montessori erkannte in der kindlichen Entwicklung Abschnitte mit einer erhöhten geistigen Empfänglichkeit, die sie als "sensible Perioden" bezeichnete. Während dieser speziellen Zeitspannen fällt es den Kindern besonders leicht, bestimmte Lernerfahrungen zu machen und die dazugehörenden Fertigkeiten zu erwerben. Auf die frühen sensiblen Phasen des Laufenlernens sowie des Spracherwerbs folgt im Allgemeinen die Bereitschaft, schreiben und lesen zu lernen. Die Neigung, mathematisches Verständnis, Ordnungs- und Abstraktionsfähigkeit aufzunehmen, wechseln mit der Ausbildung von sozialem Verhalten und moralischen Werten. Da sich jedes Kind individuell entwickelt, ist eine ist die genaue Beobachtung des Kindes ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der Lehrkraft, um den Zeitpunkt der jeweiligen sensiblen Phase zu erkennen, die es ihm ermöglicht, absorbierend und mit Hilfe des selbst gewählten oder von der Lehrkraft angebotenen Materials zu lernen. Die Reihenfolge der Sensiblen Phasen kann variieren und sie dauern, abhängig vom Kind, unterschiedlich lange. Maria Montessori entdeckte,
"...wie schmerzhaft und heftig das Kind reagiert, sobald äußere Hindernisse sich seiner Lebensbetätigung (während einer sensiblen Periode) in den Weg stellen. Da wir die Ursachen solcher Reaktionen nicht kennen, halten wir sie kurzerhand für unbegründet und begreifen den Widerstand nicht..."
Wenn ein Kind eine Aufgabe, die seiner sensiblen Phase entspricht, selbständig durchführt, wird die Tätigkeit seine Aufmerksamkeit derart fesseln, dass es sich von niemandem stören lässt. Solche Konzentration kann nicht erzwungen werden. Sie geht vom Kind und vom Material aus, welches immer eine besondere Faszination in sich birgt. Das Kind wählt sich seine Tätigkeit selbst und hat nun das Bedürfnis, diese so lange durchzuführen, bis es gesättigt ist und seine Arbeit aus eigenem Entschluss beendet. Durch die Wiederholung und die Kontrollmöglichkeit des Materials erkennt das Kind seine Fehler, korrigiert sich selbst und macht so Fortschritte. Es erwirbt dabei etwas Neues, eignet sich eine Fertigkeit an. Um die Polarisation der Aufmerksamkeit nicht zu stören, darf sie weder durch Korrektur oder Tadel, noch durch Lob unterbrochen werden. Nach jeder Konzentrationsphase fühlt das Kind sich entspannter und ruhiger. Voller Freude, selbst etwas erreicht zu haben, hat es sich auch innerlich weiterentwickelt; sein Selbstwertgefühl steigt.
Die Freiarbeit nach Maria Montessori ist die zentrale Form des Lernens in der Arche Nova Montessori Schule für Alle. Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, ausreichend Erarbeitungsmaterial bereitzustellen, anhand dessen die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Lerninhalte möglichst eigenständig erarbeiten können. Die Pädagogen führen die Schülerinnen und Schüler einzeln oder in Gruppen in den Umgang mit dem Material ein. Sie präsentieren ihnen Lerninhalt und Lernmethode im Rahmen klassischer Montessori-Drei-Stufen-Lektionen oder in anderen didaktisch sinnvollen Formen der Darbietung. Sie geben den Schülerinnen und Schülern bei Bedarf Orientierung für ihre Arbeit, sie beobachten, begleiten und unterstützen sie in ihrem persönlichen Lernprozess. Die individuelle thematische und zeitliche Gestaltung der Freiarbeit richtet sich bei den Schülerinnen und Schülern nach dem jeweiligen Entwicklungsstand und nach ihren momentanen sensiblen Phasen . Häufig wird sie angeregt durch Darbietungen der Lehrkräfte oder das Beobachten der Arbeit von Mitschülerinnen und Mitschülern. Als roter Faden zieht sich die Bearbeitung des persönlichen Lernplans durch die Freiarbeit.
Voraussetzung für die Freiarbeit ist die sogenannte "vorbereitete Umgebung". Sie muss so beschaffen sein, dass sie den Lern- und Erfahrungsbedürfnissen der Kinder gerecht wird und Aufforderungscharakter zum Handeln besitzt. Anreize, Impulse und Motivation gehen dann von der Umgebung aus. Die äußere Ordnung in der Umgebung führt zu einer inneren Ordnung.
Die Räume, in denen die Kinder sich betätigen, sind kindgerecht und ästhetisch ausgestattet. Die Gegenstände entsprechen von Gewicht und Größe her dem Alter der Kinder. Die Einrichtung soll übersichtlich für das Kind sein und genügend Platz für Bewegung bieten.
Offene, für das Kind gut erreichbare Regale mit einer festen Anordnung der Materialien, die die Lernziele repräsentieren, ermöglichen dem Kind Selbständigkeit und unabhängiges individuelles Arbeiten.
Je vollkommener die Umgebung den Bedürfnissen der Kinder entspricht, desto mehr können die Pädagoginnen und Pädagogen als Lernbegleiter in den Hintergrund treten.
In der Montessori Pädagogik begeben sich Lehrenden aus der dominant aktiven Rolle in die zurückhaltend wahrnehmende und beobachtende Position des Lernbegleiters. Der Spagat zwischen den Polen aktiv und passiv, führend und zurückhaltend, unterstützend und loslassend erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Einfühlungsvermögen.
Eine zentrale Aufgabe der Lehrkräfte ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu beobachten und ihre Bedürfnisse zur rechten Zeit zu erkennen. Sie müssen die hohe Kunst entwickeln, ein einzelnes Kind für sich zu sehen, als auch im Gefüge der Gruppe sowie gleichzeitig die Gruppe als Ganzes wahrzunehmen. Sie dokumentieren und beschreiben Fortschritte und Leistungen, aber sie bewerten nicht. Zudem bedürfen sie eines großen Vertrauens in die Kraft der Kinder und Jugendlichen, ihren eigenen Weg zu finden auf dem sie sie zurückhaltend begleiten. Weitere Schwerpunkte der Arbeit der Lehrenden sind die Einführung bzw. Präsentation der Materialien zur rechten Zeit sowie die Ausstattung und Pflege der vorbereiteten Umgebung. Sie sind Vorbild für das kindliche Handeln.
Die Schülerinnen und Schüler übernehmen selbst die Verantwortung für ihr persönliches Lernen . Lernpensum und persönlicher Lernplan werden in Abstimmung oder auch mit Unterstützung der LehrerIn erstellt. In der Jahrgangsmischung lernen und praktizieren die Schülerinnen und Schüler soziales Verhalten, indem sie Verantwortung für sich und für ihre MitschülerInnen übernehmen. Sie haben die Freiheit zu wählen, mit welchem Material sie arbeiten oder welche Themen sie erforschen wollen, mit wem sie zusammenarbeiten und wann sie welche Arbeit machen oder sie beenden möchten, um sie vielleicht am nächsten Tag wieder aufzugreifen.
Als eine der fünf Säulen tragen die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Teil der Verantwortung für die Gestaltung des Schulalltags und des Schulhauses.
In einer Klasse arbeiten und lernen Schülerinnen und Schüler in altersgemischten Gruppen zusammen. Die Jüngeren können die Älteren als Vorbilder betrachten und sich an ihnen orientieren. Die Älteren können den Jüngeren bereits Erlerntes weitergeben; so werden Lernende zu Lehrenden. Da auch innerhalb der Altersgruppen der Wissensstand unterschiedlich ist und es keine Abgrenzung zwischen den Jahrgangsstufen gibt, können in der gemeinsamen Arbeit die Einzelnen ihre sensiblen Perioden selbständig entdecken. Alle können voneinander profitieren, wenn in den regelmäßig stattfindenden Klassenstunden über die jeweiligen Arbeiten berichtet wird. Alle Mitglieder dieser heterogenen Lerngruppe sind gleichberechtigt und können durch den Wechsel ihrer Rolle innerhalb der gemeinsamen Schulzeit Verständnis für die Situation der anderen entwickeln.
In der Montessori-Pädagogik begegnen wir immer wieder dem Begriff der Freiheit. Dieser bedeutet keinesfalls, dass die Kinder und Jugendlichen tun und lassen dürfen, was sie wollen. Ihnen wird vielmehr die nötige Freiheit für ihre Selbstverwirklichung gegeben. Das Kind ist fähig zur freien Willensentscheidung, die es durch eigene innere Disziplin treffen kann. Mit der freien Wahl des Materials in einer geordneten Umgebung und durch das freiwillige und selbstbestimmte Arbeiten gelangt das Kind zu geistiger Unabhängigkeit. Nur durch Disziplin und Genauigkeit kann es erfolgreiche Ergebnisse erzielen. Das Kind respektiert die Arbeit und die Besonderheit der anderen und entwickelt somit eine soziale Disziplin, die es kooperieren lässt. Es weiß um die Grenzen seiner Freiheit, nämlich da, wo andere Personen durch die eigenen Handlungen gestört oder geschädigt werden. Das Kind besitzt also eine "vernünftige Freiheit".
Die Freiheit, die ein Kind in seiner Umgebung erworben hat, wird es einsichtig, diszipliniert und sozial gebrauchen. Aus dieser Erfahrung erwächst der Wille, die selbst aufgestellten Regeln zu akzeptieren. Freiheit resultiert aus Selbstdisziplin; Selbstdisziplin aus Freiheit.
Damit das Konzept der Inklusion gelingen kann, werden alle Teile des Ganzen in seine Verwirklichung und in die Verantwortung dafür einbezogen. Jede/r Einzelne muss den Gedanken des wertschätzenden Wahrnehmens der Unterschiede und Besonderheiten der anderen verinnerlichen und nach außen tragen.
Die Arche Nova Montessori Schule für Alle wird getragen von fünf Säulen:
-den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Schule, Hort und Kinderhaus
-den Schülerinnen und Schülern,
-den Eltern,
-der Schulleitung und
-dem Vorstand.
Jede einzelne dieser fünf Säulen ist in ihrer Gewichtung gleichwertig und übernimmt den ihr zustehenden Teil der Verantwortung.
Jede einzelne Säule hat ihre regelmäßigen Meetings, in denen sie ihre eigenen Fragestellungen diskutiert, Aufgaben- und Terminpläne entwirft und abstimmt und Lösungen plant. Innerhalb jeder Säule wird je eine Vertreterin bzw. ein Vertreter zur Kommunikation mit den anderen Säulen und für die Blitzkonferenzen (s. u.) gewählt.
So finden sich z.B. die Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arche Nova Montessori Schule für Alle, Arche Nova Montessori Kinderhaus und Hort in der Regel einmal wöchentlich nach dem Unterricht zu einer ausführlichen Teamsitzung zusammen. Bei Bedarf werden hierzu gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den anderen Säulen geladen. Darüber hinaus finden in größeren Abständen Treffen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch aus Verwaltung und Betrieb statt.
Die Schülerinnen und Schüler besprechen die für sie relevanten Themen des Schullebens innerhalb der Klassenstunden im Gesprächskreis. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Klassen bilden zusammen das so genannte Schüler-Forum. Es trifft sich in der Regel alle sechs Schulwochen am Schulvormittag während der allgemeinen Freiarbeitszeit, um aktuelle und längerfristige Anliegen und Vorhaben zu besprechen .
Von den Eltern der Schülerinnen und Schüler wird erwartet, dass sie an den etwa alle sechs Schulwochen stattfindenden Klassenelternabenden teilnehmen. Auch sie wählen zu Beginn jedes Schuljahres Vertreter, die Elternbeiräte, die ihre Anliegen in den jeweils anderen Säulen vertreten. Die Elternbeiräte aller Klassen treffen sich regelmäßig, um die Anliegen der Elternschaft zu besprechen und um Aktionen zu planen und zu koordinieren.
Die Leitung einer Schule ist stets gefordert, zeitgerecht auf aktuelle Ereignisse, Bedürfnisse und Probleme einzugehen und mit den betroffenen Personen zu kommunizieren. Sie ist in stetem Kontakt zu allen anderen Säulen der Schule. In der Regel nimmt sie mindestens alle vier Schulwochen an den Teamsitzungen des pädagogischen Personals teil. Für die organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten stehen ihr Mitglieder der Verwaltung und des Betriebs zur Seite. Auch hier gibt es regelmäßige Treffen, gemeinsam mit dem Vorstand der Arche Nova Montessori Schule für Alle.
Der Vorstand des Trägervereins der Arche Nova Montessori Schule für Alle ist in beständigem Kontakt und Austausch mit allen Säulen. Zusätzlich zu den Treffen der einzelnen Säulen der Schule findet regelmäßig einmal in der Woche zu einer festgelegten Zeit eine "Blitzkonferenz" statt, bestehend aus je einem dafür gewählten Vertreter jeder einzelnen Säule. Hier werden aktuell anstehende Fragen und Probleme diszipliniert und in knappster Form miteinander besprochen. Zuständigkeiten und Lösungen werden jeweils bis zum nächsten Treffen festgelegt, das heißt wöchentlich und damit kurzfristig überprüfbar. Hier kann zum Beispiel ein Unterstützerkreis initiiert oder eine bestimmte Therapieform angeregt werden. Vielleicht kann es auch einmal genügen, zwei Menschen zu einem Gespräch zusammen zu bringen.
Grundlegende Entscheidungen im Hinblick auf die Gestaltung des Schullebens in Arche Nova Montessori Schule für Alle, Kinderhaus und Hort werden im Gesamtforum gemeinsam getroffen. Dieses tagt in der Regel zweimal im Schuljahr unter Leitung der Vertreterinnen und Vertreter der fünf Säulen. Zu ihm sind alle Mitglieder von Arche Nova Montessori Schule für Alle, Kinderhaus und Hort eingeladen; jeder hat das Recht dort gehört werden, kann an der aktiven und konkreten Entwicklung des gemeinsamen Lebensraumes Schule mitwirken und sich in Demokratie üben.
Die LehrerInnen und pädagogischen MitarbeiterInnen, FachlehrerInnen und AssistentInnen, ebenso wie MitarbeiterInnen der Verwaltung und des Betriebs tragen nicht nur die Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen und das Klima in ihrem Arbeitsbereich; sie prägen den Charakter der ganzen Schule. Der Respekt vor den Fähigkeiten der anderen ist für alle maßgeblich. Die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen, die eigene Teamfähigkeit, regelmäßige Konferenzen der Pädagoginnen und Pädagogen, sowie Säulentreffen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Fortbildungen, Entscheidungen im Speziellen und im Allgemeinen gehören genauso zu ihren Aufgaben, wie ihre jeweilige Rolle in der Klasse, im Büro und im Schulhof. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die Möglichkeit geboten sich fortzubilden. Auch für sie bedeutet permanentes Lernen als Lebenseinstellung eine Selbstverständlichkeit.
Als eine tragende Säule der Arche Nova Montessori Schule für Alle werden die Schülerinnen und Schüler neben ihrer täglichen Lernarbeit in Verantwortung und Entscheidungsprozesse eingebunden. Die Aufgaben des Schüler-Forums erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in den Gesprächskreisen während der Klassenstunden selbst. Sie können z.B. die Schulordnung oder die innere Struktur und Gestaltung des Schulhauses betreffen, wie auch die Planung von Veranstaltungen und Festen. Bei Bedarf werden sie dabei vom pädagogischen Team der Klassen unterstützt. Ihre eigenen gemeinschaftlichen Interessen zu entdecken und zu entwickeln, sich über Inhaltliches und Formales zu einigen und abzustimmen, sowie die Organisation zu übernehmen, stärkt nicht nur den Gruppen-Zusammenhalt, sondern auch das demokratische Verständnis. Schülerinnen und Schüler identifizieren sich mit ihrer Schule.
Die Verantwortung, die Eltern in der Erziehung für ihre Kinder übernehmen, sollen sie auch auf deren Schule übertragen. Sie betrachten die Schule als einen wesentlichen Teil des Lebens und der Erziehung ihrer Kinder. Die Kompetenzen und das Engagement der Eltern tragen zum Gelingen des Gesamtkonzepts bei. Ihre Angebote von Projekten und Workshops am Nachmittag sind von zentraler Bedeutung. Die Eltern stellen den Elternbeirat sowie Verein und Vorstand der Arche Nova Montessori Schule für Alle. Von besonderer Bedeutung sind ihre Haltung zur Inklusion und Grundkenntnisse in der Montessoripädagogik.
Eltern, die sich für die Arche Nova Montessori Schule für Alle interessieren und erwägen, ihr Kind dort einzuschulen, erhalten vor der Schuleinschreibung und dem Abschluss eines Schulvertrages Gelegenheit im Rahmen eines umfangreichen Kennenlern- und Informations-Prozesses, bestehend aus Informationselternabenden, Fortbildungs- und Materialtagen, sich mit den wesentlichen Prinzipien der Inklusion und der Montessori-Pädagogik sowie mit dem besonderen Schulkonzept vertraut zu machen.
An den regelmäßigen Elternabenden erhalten die Eltern Informationen über das Klima in der Klasse, über Inhalte des Unterrichts, zur Materialarbeit und zur Montessori-Pädagogik in Theorie und Praxis. Spezielle Themenabende werden angeboten. Durch Hospitationen in der Klasse ihres Kindes und bei regelmäßig und nach Bedarf stattfindenden Einzelgesprächen verschaffen sich die Eltern einen differenzierten Überblick über die Lern- und Entwicklungsfortschritte ihres Kindes und die Arbeit der Arche Nova Montessori Schule für Alle.
Die Schülereltern verpflichten sich zu regelmäßiger, vom Umfang her festgelegter Mitarbeit (pro Familie vier Arbeitsstunden pro Monat), wie z.B. der Herstellung von Lernmaterial, der Pflege und Gestaltung des Schulgeländes, von Öffentlichkeitsarbeit oder der Ergänzung des Projekt-Angebots für ihre Kinder. Elterneigene Angebote von Workshops oder ihre Mitarbeit bei Projekten sind willkommen und tragen zu einer intensiveren Verbundenheit zur Schule bei.
Neben den schulrechtlich relevanten, organisatorischen und pädagogischen Aufgaben repräsentiert die Schulleitung die Arche Nova Montessori Schule für Alle nach außen. Sie pflegt den Kontakt zu den Behörden und kooperiert mit schulischen und außerschulischen Fachdiensten, z.B. mit Beratungsstellen, Einrichtungen zur Förderung besonders Begabter, wie auch von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf. Nach innen sorgt sie durch ihre Präsenz und eine gute Teamleitung für eine positive Gesamtatmosphäre. Bei der Schulleitung fließen alle Informationen zusammen und sie gibt diese wiederum an die anderen weiter. Sie kooperiert eng mit dem Arche Nova Montessori Kinderhaus, dem Hort, und dem Vorstand des Trägervereins. Bei der Erledigung organisatorischer Aufgaben wird sie unterstützt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Betrieb und Verwaltung der Schule.
Der Verein ist der Träger und der Repräsentant von Arche Nova Montessori Schule für Alle, dem inklusiven Arche Nova Montessori Hort und dem Arche Nova Montessori Kinderhaus. Der Vorstand des Vereins muss daher über die Vorgänge in Schule und Kinderhaus laufend informiert sein und in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung dafür Sorge tragen, dass alle notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Er beachtet die Anliegen und Beschlüsse des Schüler-Forums ebenso wie die der Eltern und der MitarbeiterInnen. Selbstverständlich nimmt er auch an den Sitzungen des Gesamtforums teil. Die inhaltliche Konzeption und insbesondere der Gedanke der Inklusion werden vom Verein und seinem Vorstand nach außen getragen. Die Vision der Inklusion in der Arche Nova Montessori Schule für Alle wird vom Vorstand weiterentwickelt.
Der Entwicklung im frühkindlichen Stadium wird neben der Montessoripädagogik auch von den modernen Reformschulbewegungen eine große Bedeutung beigemessen. Ein gelungener Start ist eine wichtige Voraussetzung für eine positive (Schul-) Zukunft.
In dem der Arche Nova Montessori Schule für Alle angeschlossenen Montessori-Kindergarten, dem Arche Nova Montessori Kinderhaus können die Kinder schon früh ihre besonderen Fähigkeiten entwickeln, Selbstbewusstsein und Sozialverhalten lernen und in der Praxis mit den Montessori Materialien arbeiten und umgehen. Kinderhaus und Schule bilden auf der Grundlage der gleichen Pädagogik und des inklusiven Ansatzes eine Einheit, so dass ein fließender Übergang von hier nach dort stattfindet. Da auch Kinder von anderen Einrichtungen auf unsere Schule überwechseln, bilden die Kinder des Arche Nova Montessori Kinderhauses eine bedeutende Basis.
Die spätere Perspektive der Ganztagsschule wird während der ersten Klassenstufe im Zusammenwirken mit dem Arche Nova Montessori Hort verwirklicht. Die inklusiven Grundmuster der körperlichen, intellektuellen und sozialen Vielfalt und der wertschätzenden Anerkennung von Besonderheiten finden selbstverständlich auch hier ihre Umsetzung. Die Konzeption der Arche Nova Montessori Schule für Alle hat sinngemäß ihre Gültigkeit.
Der inklusive Hort wird ab einer Anzahl von 25 Schülerinnen und Schülern von zwei pädagogischen Fachkräften und einer pädagogischen Hilfskraft geführt, die entsprechend der Konzeption der Schule nach den Prinzipien der Montessori Pädagogik und der Inklusion arbeiten. Während der Nachmittagszeit werden von verschiedenen Seiten Projekte und Unternehmungen angeboten .
Da die Schulräume auch während des Nachmittags zur Verfügung stehen und durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hort, können die Schülerinnen und Schüler sich auch ihren während der Schulzeit begonnenen Arbeiten widmen. Es findet ein ständiger Austausch zwischen Hort und Schule in Form von gegenseitigem Hospitieren und gemeinsamen Konferenzen statt. Als MitarbeiterInnen der Arche Nova Montessori Schule für Alle sind die Horterzieherinnen Mitglieder der Mitarbeiter-Säule. Sie pflegen überdies, wie die gesamte Einrichtung einen engen Kontakt zum Elternhaus.
Die Aufnahme in unsere Schule erfolgt auf Antrag der Eltern nach einer persönlichen Vorstellung von Kind und Eltern. Priorität haben die Kinder aus dem Arche Nova Montessori Kinderhaus sowie Geschwister- und Mitarbeiterkinder.
Eltern, die die Einschulung ihres Kindes in die Arche Nova Montessorischule für Alle wünschen, nehmen, ebenso wie ihre Kinder verpflichtend in der Zeit vor der Einschulung an einem ausführlichen Kennenlern- und Informationsprozess teil. Hierbei erhalten sie umfangreiche Kenntnisse über das Schulkonzept, insbesondere über den Aspekt der Inklusion und über die Grundzüge der Montessori-Pädagogik. Bei speziell dafür vorgesehenen Terminen können sie in Eigenaktivität und als Beobachter bei der Arbeit mit den Montessori-Materialien einen Einblick in die Prinzipien der Montessori Pädagogik bekommen. Darüber hinaus ist eine Hospitation in der Schule vorgesehen.
Grundsätzlich gibt es keine Diagnose, die als Ausschlusskriterium gesehen werden kann. Das Prinzip der Arche Nova Montessori Schule für Alle, die schulischen Rahmenbedingungen den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler anzupassen und nicht die Schülerinnen und Schüler den Strukturen unterzuordnen, ist maßgeblich. Das bedeutet, jedes Kind hat, unabhängig von seinen Voraussetzungen, im Prinzip die gleiche Möglichkeit, in die Arche Nova Montessori Schule für Alle aufgenommen zu werden.
Dabei muss, im Sinne einer tragenden Lernatmosphäre auf eine heterogene Zusammensetzung der Klassen Wert gelegt werden. Da die Arche Nova Montessori Schule für Alle keine Förderschule ist, sollte die Anzahl von Kindern mit voraussehbar erhöhtem Förderbedarf bei 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse einen Schlüssel von 3-5 zu 20 nicht überschreiten.
Ziel der Arche Nova Montessori Schule für Alle ist es grundsätzlich, Kinder jedweder Besonderheiten aufzunehmen und für sie möglichst optimale Lern- und Entwicklungs-Bedingungen zu schaffen.
Über die Zusammenstellung der Klassen entscheidet das pädagogische Team in Absprache mit der Schulleitung und dem Vorstand.
Mit den Kindern und Jugendlichen, die unsere Schule besuchen, schließen wir einen eigenen, internen "Kontrakt" ab. Dieser soll ihnen die Verantwortung verdeutlichen, die sie für ihr persönliches Leben und Lernen in der inklusiven Arche Nova Montessori Schule für Alle übernehmen. SchülerInnen, die als Quereinsteiger von anderen Schulen kommen, werden zuerst intensiv in die besondere Pädagogik und Konzeption eingeführt.
Um dem Anspruch tatsächlicher Heterogenität gerecht werden zu können, ist die Arche Nova Montessori Schule für Alle bemüht, für Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht oder nur teilweise bezahlen können, Patenschaften zu etablieren. Des Weiteren sollen die Informationsschriften der Arche Nova Montessori Schule für Alle in verschiedene europäischen Sprachen übersetzt werden, um auch Menschen aus anderen Kulturkreisen zu erreichen.
Die Eingangsklasse umfasst eine Jahrgangsmischung der Stufen 1-3. Im weiteren Verlauf des Wachstums der Arche Nova Montessori Schule für Alle wird der Aufbau der jahrgangsgemischten Klassengruppen wie folgt aussehen:
Klasse I Jahrgangsstufe 1,2,3
Klasse IIJahrgangsstufe 4,5,6
Klasse III Jahrgangsstufe 7,8
Klasse IV Jahrgangsstufe 9,10
extern zur MOS Klasse V/VI Jahrgangsstufe 11,12,13
Die Schülerinnen und Schüler der Arche Nova Montessori Schule für Alle lernen nach ihren individuellen Fähigkeiten, daher sind auch ihre Leistungen immer als individuell anzusehen. Sie archivieren ihre Arbeiten während ihrer gesamten Schulzeit in eigens dafür vorgesehenen Mappen und Ordnern und können so ihre persönliche Entwicklung mitverfolgen und nachvollziehen. Die Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen ist es, den subjektiven Fortschritt der Einzelnen genau zu beobachten und zu dokumentieren , nicht aber, ihn zu bewerten oder im Vergleich zu den Leistungen anderer zu sehen. Diese Dokumentation, in Form von Wortgutachten, wird über die ganze Schulzeit fortgeführt und kann von den Kindern und Jugendlichen ebenso wie von ihren Eltern eingesehen werden.
Die Arche Nova Montessori Schule für Alle orientiert sich an den von den Schulen im Montessori Landesverband Bayern gemeinsam erarbeiteten Formen der Leistungsdokumentation, insbesondere an den Vorlagen für die so genannten "Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess" für Schülerinnen und Schüler an bayerischen Montessori-Schulen und deren Eltern.
Für die Entwicklung eines eigenaktiven, selbstverantwortlichen und reflektierten Lernens und Arbeitens ist die regelmäßig angeregte Selbsteinschätzung der Lernenden von großer Bedeutung. Sie wird im täglichen Gespräch erlernt und grundsätzlich am Ende jeden Schulhalbjahres von den zuständigen Pädagogen und Pädagoginnen beim Lernenden erfragt und schriftlich (meist vom Lernenden selbst) festgehalten. In einem Gespräch zwischen Lehrkraft und Schülerin oder Schüler werden Arbeits- und Sozialverhalten, Lernpensum und -fortschritte gemeinsam reflektiert und sinnvolle Konzepte für zukünftiges Lernen, Arbeiten und Verhalten erwogen und festgelegt.
Der Wechsel eines Schülers oder einer Schülerin in die nächste Klassengruppe erfolgt nach genauer pädagogischer Erwägung und Beurteilung durch das pädagogische Team, unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte, wie z.B. Arbeitsverhalten, Lernfortschritte, Sozialverhalten und Integration in der Gruppe, aber immer auch aufgrund der Selbsteinschätzung und der Wünsche der Schülerin oder des Schülers. Im Einzelfall kann ein abwägendes und klärendes Gespräch zwischen dem pädagogischen Team, der Schülerin oder dem Schüler und den Eltern wichtig sein.
Die weiterführende Konzeption der Arche Nova Montessori Schule für Alle sieht den durchgängigen Weg vom Kinderhaus bis zum Abschluss der Hochschulreife in der Montessori Oberschule (MOS) vor. Sollte allerdings ein Schulwechsel erforderlich sein oder gewünscht werden, ist dies selbstverständlich möglich. Jede Schülerin und jeder Schüler, die/der die Arche Nova Montessori Schule für Alle verlässt, kann auf Wunsch ein ausführliches Wortgutachten zu ihrem / seinem Arbeits- und Lernverhalten, zu Leistungen und Sozialverhalten erhalten.
Die Arche Nova Montessori Schule für Alle ist ein Ort des selbstständigen, engagierten und ganzheitlichen Lernens, der sozialen Begegnung und der freien Entwicklung jedes Individuums. Die Schule soll Appetit auf Wissen machen, Neugier und Forscherdrang wecken, innerhalb und außerhalb des Klassenraums. Es können individuelle Lernmethoden erprobt werden, mit denen jede/r Einzelne die Möglichkeit findet, für sich die besten persönlichen Leistungen zu erzielen Neben dem Erlernen der Kulturtechniken, dem Erwerb von Bildung, den Erfahrungen und Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten und die Zusammenhänge von Natur und Kultur im Einzelnen und im Globalen, bietet die Schule Raum, das soziale Leben zu lernen und zu gestalten. In der Schule übernimmt jede/r Aufgaben, die für sie/ihn und die Gemeinschaft von Bedeutung sind. Damit tragen alle Wesentliches zur Bereicherung der Schulgemeinschaft bei und können sich als wertvoll erfahren. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein gesundes Selbstwertgefühl und entfalten sich, unabhängig von ihren unterschiedlichen Voraussetzungen zu eigenständigen, stabilen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Durch die konkrete und aktive Partizipation an einer inklusiven Gemeinschaft, das Erlernen von Demokratie und die Erziehung zum friedlichen Miteinander , ist die Schule ein wertvolles Übungsfeld für das gesellschaftliche Leben, in dem sich die Kinder und Jugendlichen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern entwickeln können.
Der Arche Nova Montessori Schule für Alle ist ein Hort angeschlossen, der den gleichen pädagogischen Schwerpunkt, Inklusion und Montessori Pädagogik hat, wie die Schule. Der Besuch des Hortes ist für die Schülerinnen und Schüler der Schule nicht obligatorisch, er wird aber Kindern wie Eltern ausdrücklich empfohlen, als ein gemeinsamer Erfahrungsbereich, der die Schule im gemeinschaftlichen Lernen, für kreatives Schaffen und soziales Erleben sinnvoll ergänzt.
Der Hort ist geöffnet von 13.00 bis 17.00 Uhr; Die Leitung des Hortes und die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten eng mit der Schulleitung und dem pädagogischen Team der Schule zusammen. Die beiden pädagogischen Teams treffen sich wöchentlich zu regelmäßigen Sitzungen , um Informationen und Erfahrungen über die gemeinsam betreuten Kinder auszutauschen und um Angebote, Aktionen und Projekte abzustimmen.
Die Nachmittagsstunden des Hortes sind besonders geeignet für Angebote aus dem Bereich der kosmischen und der musischen wie gestalterischen Erziehung. Naturwissenschaftliches Experimentieren und Beobachten hat hier genauso seinen Platz wie gemeinsames Musizieren auf Instrumenten, Singen, künstlerisches und handwerkliches Gestalten. Die Erfahrungs- und Lernangebote von Schule und Hort werden vernetzt. Alle Kinder finden die ihren besonderen Begabungen entsprechenden Möglichkeiten zum Entdecken und Erfahren. Sie genießen die im Hort erweiterten Möglichkeiten für Bewegung und Spiel, die für eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder wichtig sind.
Kinder mit erhöhtem Förderbedarf können die Hortstunden auch zu ihrer individuellen Förderung nutzen. Die Einbeziehung von externen Fachkräften, wie z.B. Lerntherapeuten zur besonderen Förderung von Kindern mit Dyskalkulie und/oder Lese- und Rechtschreibschwäche bzw Legasthenie, Physiotherapeuten für Kinder mit erhöhtem Bedarf an motorischer Förderung. Lehrkräften für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache hinsichtlich eines zusätzlichen Sprachunterrichtes in Deutsch als Zweitsprache bzw. eines muttersprachlichen Ergänzungsangebotes.
Die Eltern der Kinder sind besonders eingeladen ihr Fachwissen, ihre Interessen und ihre Talente bei eigenen oder gemeinsam mit den Pädagoginnen und Pädagogen gestalteten Angeboten in den Lern- und Erlebnisraum Hort einzubringen.
Durch die freie Wahl des Lehrstoffes lernen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Interessen zu entdecken und zu entwickeln. Fachübergreifendes, vernetztes Arbeiten lehrt sie Themen von Anfang bis Ende zu durchdenken, Lösungsstrategien zu entwickeln, selbständig komplexe Aufgaben zu bewältigen, Pläne für deren Umsetzung zu entwerfen und sie auszuführen. Durch die Präsentation in der Gruppe erfahren sie die Wertschätzung der anderen und lernen sich selbst und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.
Die Öffnungszeit der Arche Nova Montessori Schule für Alle ist Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.00 Uhr. Kernzeit ist von 8.00 bis 13.00 Uhr. Die Kinder können ab 7.30 Uhr in die Schule kommen. Um 8.00 Uhr müssen alle Kinder in der Schule anwesend sein.
Der Schultag beginnt mit Freiarbeit, in der sich die Schülerinnen und Schüler eigenständig organisieren; die Pädagogen beobachten, begleiten und unterstützen sie in ihrer Arbeit. Von 9.45 Uhr bis 10.30 Uhr ist gemeinsame Pause. Sie gibt Zeit für eine gemeinsame Brotzeit (9.45 Uhr - 10.00 Uhr) und Bewegung und Spiel, möglichst im Freien (10.00 Uhr - 10.30 Uhr). Nach der Pause, von 10.30 Uhr bis ca. 11.30 Uhr folgt die Klassenstunde, die Zeit und Raum gibt für Gespräch und gemeinsames Lernen im ganzen Klassenverbund . Bei aktuellem Bedarf kann die Klassenstunde über 11.30 Uhr hinausgehen. In der Regel aber finden zwischen 11.30 und 13.00 Uhr besondere Angebote in den Bereichen kosmische Erziehung , Englisch, Musik- und Kunsterziehung, Werken bzw. Textiles Gestalten, Sporterziehung und Religionslehre oder Ethik statt, alternativ dazu Freiarbeit. Um 13.00 Uhr endet die Schule. Die Angebote des Hortes beginnen.
Eine jahrgangsgemischte Klasse der Arche Nova Montessori Schule für Alle besteht aus maximal 25 Schülerinnen und Schülern, mit individuellen Besonderheiten. Den Grundsätzen der inklusiven Entwicklung folgend, sollte die Zusammensetzung der Klassen möglichst heterogen sein. Um gute Entwicklungs- und Lernbedingungen für alle Kinder zu ermöglichen, soll die Zusammensetzung der Klassen ausgewogen sein: Die Unterschiede in Geschlecht, Alter, Herkunft und Fähigkeiten sollten idealerweise in etwa dem Verhältnis entsprechen, wie sie in unserer Gesellschaft vorkommen. Da die Inklusion als ein Prozess zu betrachten ist, kann dieses Verhältnis wechseln und ist in der Praxis nicht immer repräsentativ.
Während des Schultages bilden die Schülerinnen und Schüler einer Klasse je nach Lerninhalt, Interesse, Bedarf und Aufgabenstellung, wechselnde Lern- und Arbeitsgruppen . Diese können sich, wenn das Thema es ermöglicht, auch klassenübergreifend zusammensetzen, zum Beispiel bei größeren Projekten.
Innerhalb der jahrgangsgemischten Klassen werden Patenschaften gebildet. Das bedeutet, dass ältere Schülerinnen und Schüler die Verantwortung für jüngere Kinder übernehmen. Die Paten sind Ansprechpartner für ihr Patenkind. Sie unterstützen es im Schulalltag, bei der Bewältigung organisatorischer Aufgaben, bei Ausflügen, schulinternen Aufgaben, etc. Das Patenprinzip ist ein wichtiger Faktor zum Erlernen und Schulen der sozialen Kompetenzen.
Jede Klasse wird von einer staatlich anerkannten Lehrkraft und einer ausgebildeten pädagogischen Kraft geleitet. Diese Teamarbeit ermöglicht und gewährleistet die individuelle Unterstützung der Schülerinnen und Schüler in den Lerngruppen, in der Einzel- und Freiarbeit sowie bei den Projekten. Die Arbeit im Team erfordert von den pädagogischen Fachkräften offenen und respektvollen Umgang und permanenten Austausch über die Entwicklung und die Lernziele der Schülerinnen und Schüler und die pädagogischen Inhalte. Aufgaben- und Zuständigkeitsbereiche müssen geklärt und ständig reflektiert werden.
Die Aufgaben des pädagogischen Teams sind vielfältig: Sie stellen ihren Schülerinnen und Schülern eine ständig aktualisierte und den Bedürfnissen der jeweiligen Entwicklung der Kinder angepasste vorbereitete Umgebung zur Verfügung. Sie machen die Schülerinnen und Schüler mit den Lerninhalten, Lernmaterialien und Lernmethoden vertraut und begleiten und unterstützen sie in ihren individuellen Lernprozessen. Sie tun dies während der individuellen Betreuung einer Schülerin oder eines Schülers in der Freiarbeit, während der Anleitung einer Lerngruppe in der Freiarbeit oder im Rahmen von Projekten.
Bei der Präsentation von Montessori Material, verschiedenen Lerninhalten und Lernmethoden, die der ganzen Klasse in der Freiarbeit angeboten werden und an denen die Schülerinnen und Schüler freiwillig teilnehmen, können sie sich zu zweit auf die verschiedenen Anforderungen einstellen und so eine Differenzierung erreichen. Bei Projektorganisation, thematischer Einführung oder einer Ergebnispräsentation kann die Aufteilung des Teams notwendig sein, um den unterschiedlichen Bedürfnissen in der heterogenen Klassengemeinschaft gerecht zu werden. In den Klassenstunden, an denen alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse teilnehmen und in klassenübergreifenden Projektstunden ist eine doppelte Beobachtung für den Austausch und die Arbeitsreflexion hilfreich.
Das Ziel der pädagogischen Fachkräfte ist die bestmögliche ganzheitliche Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers. In ihrem Lernverhalten eher unauffällige Schülerinnen und Schüler zu begleiten und zu fördern ist ihnen ebenso wichtig wie die Förderung besonders Begabter oder von Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Förderbedarf. Gerade die individuelle Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf, erfordert große professionelle Kompetenz. Es ist daher zum einen grundsätzlich angestrebt, dass sich im pädagogischen Team des Hortes oder der Schule mindestens eine sonder- oder heilpädagogisch ausgebildete Fachkraft befindet. Zum anderen ist die Zusammenarbeit mit externen Fachkräften, wie z.B. mit Lerntherapeuten, Physiotherapeuten oder Lehrkräften, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten, im Einzelfall wichtig. Externe besonders qualifizierte Fachkräfte können das pädagogische Schulteam beraten, ihm wichtige Fachinformationen vermitteln und die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern durch Einzelförderung in den Nachmittagsstunden des Hortes übernehmen.
Neben und bei der Anregung, Betreuung und Unterstützung der Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler wirken die pädagogischen Fachkräfte auch erzieherisch. Dies geschieht ständig, sowohl in der Begegnung mit einzelnen Schülerinnen und Schülern sowie mit Gruppen als auch mit einer ganzen Klasse oder, in Kooperation mit den Kollegen, bei Bedarf auch klassenübergreifend. Sie vermitteln grundlegende Werte und Regeln im Umgang mit Mitmenschen und Natur. Sie sind dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, der Verfassung des Freistaates Bayern und den fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben, wie sie in den bayerischen Lehrplänen festgehalten sind, verpflichtet und richten ihr pädagogisches Handeln danach aus.
Des Weiteren gehört es zu den Hauptaufgaben der pädagogischen Fachkräfte, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Arbeit, ihrer Entwicklung und ihrem Sozialverhalten zu beobachten und diese Beobachtungen zu dokumentieren. Hierüber findet ein regelmäßiger Austausch mit den betreffenden Schülerinnen und Schülern sowie innerhalb des Teams statt. Die schriftlichen Dokumentationen sind einsehbar und sollen für jedes Kind und jede/n Jugendliche/n sowie für deren Eltern nachvollziehbar sein. Auf der Grundlage dieser Dokumentationen erstellen die pädagogischen Fachkräfte jedes Schulhalbjahr ein Wortgutachten zum Arbeits- und Lernverhalten, zu Lernfortschritten und Leistungen ebenso wie zum Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler.
Damit alle Arbeiten in der Schule erledigt werden können, erhalten jede Schülerin und jeder Schüler sowie jede Lehrkraft einen eigenen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es genügend Freifläche, um auf Teppichen auf dem Boden zu arbeiten. Die Materialien, Bücher und Gerätschaften sind in Regalen und Schränken untergebracht und jederzeit für alle zugänglich. Die Pflege des Arbeitsplatzes liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Dabei ist auf Ordnung und klare Strukturen zu achten. Klassenräume, Flure, der Eingangsbereich, die Fachräume und der Außenbereich werden von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam in Ordnung gehalten und so gestaltet, dass sie möglichst vielfältig nutzbar sind. Durch den verantwortungsvollen Umgang entsteht eine angenehme Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlen und gern aufhalten.
Jede/r Einzelne trägt die Verantwortung für sich und die Umgebung. Das bedeutet, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und sie angemessen zu formulieren. In der Konsequenz wird der Respekt für die Wünsche der anderen entwickelt sowie die Umgebung geachtet.
Der Unterrichtstag in der Arche Nova Montessori Schule für Alle gliedert sich in Freiarbeit, Fachunterricht, Klassenstunden und Projekte.
Kernstück des Unterrichts nach Maria Montessori ist die Freiarbeit. Sie erlaubt es den Kindern, ihren individuellen Lern- und Arbeitsrhythmus, ihr individuelles Lerntempo, ihre Lernschwerpunkte und die Wahl der Arbeitsmittel, der Materialien und des Arbeitsplatzes selbst zu bestimmen, wie sie ihrem jeweiligen Entwicklungsstand und ihren sensiblen Phasen entsprechen. Die Freiarbeit steht den Lernenden zur Verfügung, um selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten und zu lernen, ganzheitliche Zusammenhänge zu begreifen, sich neues Wissen anzueignen oder dieses zu vertiefen.
Die Sozialform (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit) kann frei gewählt werden. Auf Grund der jedem Material immanenten Selbstkontrolle können die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit weitgehend selbständig durchführen. Durch die Besonderheit des Einzelnen ergibt sich für jede Schülerin und jeden Schüler ein unterschiedlicher Leistungs- und Lernstand. Am Ende der Freiarbeitszeit notiert jedes Kind seine geleistete Arbeit in seinem Tagebuch. Während der Freiarbeit haben die Pädagoginnen und Pädagogen die Aufgabe, die Arbeit der Schülerinnen und Schüler genau zu beobachten und zu dokumentieren, um dem Leistungs- und Lernstand des Einzelnen entsprechend die passenden Materialien zur Verfügung zu stellen bzw. neu zu entwickeln. Des Weiteren müssen sie den Schülerinnen und Schülern den Umgang und die Arbeit mit geeigneten Materialien neu oder wiederholt präsentieren und Hilfe und Unterstützung anbieten. Dabei soll ein gutes Gleichgewicht gewahrt werden, selbständiges, individuelles Arbeiten zu fördern, aber ebenso die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf zu unterstützen.
Für den Ablauf der Freiarbeit werden in der Klasse genaue Regeln für das Arbeits- und Sozialverhalten erarbeitet.
Die Erarbeitung einer Reihe von Lernzielen bedarf des Gesprächs in der Gruppe und/oder der ausführlicheren Präsentation durch die Lehrkraft. Hierzu dient der Fachunterricht. Er ist zum Teil für die Schülerinnen und Schüler verpflichtend, zum Teil ist die Teilnahme an ihm freiwillig. Der Fachunterricht in der Arche Nova Montessori Schule für Alle findet zum einen während der Klassenstunden zum anderen im Anschluss an die Klassenstunde ab 11.30 Uhr statt. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Angebote zum Erlernen des Englischen als häufig erste Fremdsprache, zur musischen, künstlerischen und gestalterischen Bildung, zur Sporterziehung und zu Religion und / oder Ethik. Durch Einbeziehung von fächerübergreifenden Aspekten wird globales und ganzheitliches Denken gefördert.
Ein Projekt kann sich aus einem aktuellen Anlass, dem Interesse der Kinder und Jugendlichen oder einer Idee der Pädagoginnen und Pädagogen entwickeln. Es gibt Projekte für eine oder für mehrere Klassen gemeinsam, es gibt fachbezogene wie fächerübergreifende Projekte. Die Inhalte können zum Beispiel historischer, naturwissenschaftlicher oder künstlerisch-musischer Natur sein. Der Zeitraum für das Projekt gestaltet sich je nach Bedarf, häufig erstreckt sich ein Projekt über eine Schulwoche. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten zu einem oder mehreren Aspekten des Projekt-Themas in Gruppen. Jede/r SchülerIn dokumentiert die Arbeit für sich oder in der Gruppe. Im Lernprozess sollen eigene Ideen, Pläne und Strategien entwickelt, Inhalte erarbeitet und Materialien und Arbeitsergebnisse zusammengestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler entdecken auf diese Weise ihre persönlichen Lernmethoden. Am Ende eines Projektes steht die Präsentation, um gemeinsam das Erarbeitete zu betrachten, zu erklären und zu würdigen.
Aus der Weiterentwicklung eines Projekts kann zum Beispiel eine Schülerzeitung oder eine Theateraufführung entstehen, es kann daraus eine Schülerfirma erwachsen, wie zum Beispiel der Verkauf von eigenem Gemüse, ein Schülercafé oder die Herstellung und der Verkauf von Montessorimaterial.
In der Arche Nova Montessori Schule für Alle arbeiten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig in Gruppen zusammen. In der Freiarbeit besteht grundsätzlich die Möglichkeit der freien Wahl, sich allein, in Partner- oder Gruppenarbeit einen Lerninhalt zu erarbeiten.
Während des Fachunterrichts werden von den Lehrkräften regelmäßig Arbeitsgruppen zu vorgegebenen Themen gebildet, in denen SchülerInnen mit den unterschiedlichsten Begabungen und Fähigkeiten zusammen arbeiten. Im Gegensatz zur Freiarbeit wird hier Wert auf eine von außen festgelegte wechselnde Zusammensetzung gelegt. Neben der kognitiven Leistung der zusammenarbeitenden Schülerinnen und Schüler geht es dabei um die inklusive Komponente. Den Schülerinnen und Schülern stellt sich die Herausforderung einer willkürlich zusammengesetzten heterogenen Gruppe. Mit dieser müssen sie einen gemeinsamen Lern- und Arbeitsprozess durchschreiten und ein gemeinsames Ergebnis erzielen, in dessen Erarbeitung und Präsentation alle gleichermaßen eingebunden sind.
Klassenstunden sind regelmäßige Stunden für die ganze Klasse. Sie finden im Allgemeinen an jedem Schultag nach der Pause in der Zeit von 10.30 bis 11.30 Uhr statt. Sie geben Raum für soziales Lernen und für Fachunterricht. Sie dienen dem Zusammenhalt der Klasse, weil die SchülerInnen während der übrigen Zeit oft in unterschiedlichen Lerngruppen arbeiten. In den Klassenstunden werden Themen besprochen, die alle Schülerinnen und Schüler einer Klassengemeinschaft betreffen. Dabei kann es um Organisatorisches oder Konflikte gehen. Texte/Lektüren können gemeinsam gelesen und besprochen werden. Lerninhalte in Form von Schüler-Referaten (siehe dazu auch unten 6.1.6) oder Präsentationen von Projekten oder durch die Lehrkraft können dargeboten, gemeinsam besprochen und erarbeitet werden.
Von Anfang an werden die Kinder und Jugendlichen dazu angehalten, über ihre Arbeit in der Klasse zu sprechen, sich dort Unterstützung zu holen und ihre Ergebnisse zu präsentieren. Dies kann im Rahmen eines Projektes sein, durch Referate über selbst gewählte Themen passieren, durch Ausstellen von Arbeiten aus dem Werk- und Kunstunterricht, durch Vorlesen oder durch einfaches Erzählen über den persönlichen Arbeits- bzw. Lernprozess. Hierbei wird auf Seiten der Präsentierenden die Konzentration auf das Wesentliche, die Strukturierung des Themas, das verständliche und anschauliche Vermitteln an andere und das öffentliche Auftreten geübt. Auf Seiten der übrigen Klasse wird das Zuschauen und Zuhören geübt. Die Erfahrung der Wertschätzung der eigenen Arbeit ist genauso elementar wie die Achtung vor der Arbeit der Anderen.
Die Arche Nova Montessori Schule für Alle legt für die Lehrziele und Lerninhalte den Lehrplan für die bayerische Grundschule und ab der Jahrgangsstufe fünf den Lehrplan für die bayerische Hauptschule zugrunde.
Um ihren Schülerinnen und Schülern aber ein möglichst freies Fortschreiten in ihrer individuellen Lernentwicklung zu ermöglichen, so wie es den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik entspricht, übernimmt die Arche Nova Montessori Schule für Alle nicht die in den staatlichen Lehrplänen festgelegten Zuweisungen von bestimmten Lernzielen und Lerninhalten zu bestimmten Jahrgangsstufen. Als inklusive Montessorischule nutzt sie die Möglichkeit, Lernziele und Lerninhalte aus den staatlichen Lehrplänen über einen Zeitraum verteilt anzubieten, der den sensiblen Phasen der Schülerinnen und Schüler entspricht. In einer inklusiven Montessori-Schule ist es den Schülerinnen und Schülern möglich, je nach Begabung und Entwicklungsstand, schneller oder langsamer in der Aneignung von Lerninhalten und dem Erwerb von Fertigkeiten, Verfahren und Arbeitstechniken voranzuschreiten, als es der staatliche Lehrplan vorsieht. Die optimale Lernentwicklung ist für jedes Kind nach einem eigenen, individuellen Maßstab zu messen.
Als Schule im Montessori-Landesverband Bayern gilt wie für die anderen bayerischen Montessori-Schulen: Erst am Ende der 4. Jahrgangsstufe, nach Beantragung der Hauptschule dann am Ende der 9. Jahrgangsstufe, stellen sich die Schülerinnen und Schüler den staatlichen Bildungsmaßstäben im Hinblick auf Lerninhalte und Leistungsniveau. Bis dahin bleibt ihnen, wie den pädagogischen Fachkräften ihrer Schule, Freiraum für schul- und klasseneigene, ganz individuelle Lehr- und Lernpläne.
Die Lehrinhalte der Arche Nova Montessori Schule für Alle basieren auf dem Lehrplan für die bayerische Grundschule. Darüber hinaus gibt es vielfältige und je nach den Interessen der Kinder und Jugendlichen gestaltete Angebote, wie zum Beispiel Fremdsprachen und Naturwissenschaften .
Für jedes Schuljahr erstellen die Pädagoginnen und Pädagogen jeder Klasse, unter Berücksichtung der bayerischen Lehrpläne und der Lernbedingungen, wie auch der Interessen der Klasse, einen knapp gehaltenen, überblickartigen Klassenlehrplan. In diesem werden die zentralen Lernziele und Lerninhalte grob auf das Schuljahr verteilt und nach und nach ergänzt. Mögliche fächerübergreifende Aspekte werden berücksichtigt. Geeignete Unterrichtsformen werden erwogen und den Lernzielen und Lerninhalten zugeordnet, Projekte werden geplant. Eventuell sinnvolle lerninhaltsbezogene Differenzierungen innerhalb der, vom Prinzip aus jahrgangsgemischten Klasse werden bedacht.
Die einzelnen Lernziele und Lerninhalte werden für Schülerinnen und Schüler in tabellarischer Form einsehbar gemacht, den sie als Grundlage ihres persönlichen Lernplanes nutzen.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in der Freiarbeit nach kurzfristigen und langfristigen Lern- und Arbeitsplänen. Sie folgen dabei eigenen, individuellen Impulsen, den Anregungen und verschiedenen Darbietungen durch die pädagogischen Fachkräfte sowie den Anregungen untereinander und den Anreizen der vorbereiteten Umgebung. So ist es möglich, dass ein Schüler sich spontan von sich aus entschließt an einem Thema mit einem Material zu arbeiten. Es ist aber auch möglich, dass ein Schüler einer ganz persönlichen Motivation durch die betreuende pädagogische Fachkraft bedarf, um eine Arbeit zu beginnen. Manche Schüler benötigen Hilfestellung und Unterstützung bei der zeitlichen und sachbezogenen Organisation ihrer Arbeit. Möglicherweise ist ein Tages- und / oder Wochenplan, den der Schüler allein oder mit Unterstützung der pädagogischen Fachkraft erstellt, hilfreich und wichtig.
Die pädagogische Fachkraft fordert die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich dazu auf, eine angefangene Arbeit zu Ende zu führen und, wenn sinnvoll, zu dokumentieren. Sie gibt auch Anregungen, wie die Arbeit mit anderem Material ergänzt und / oder weitergeführt werden oder wie sie mit anderen Themen und Lerninhalten verknüpft werden kann. Sie gibt, wo passend, einen Überblick über Lerninhalte und Materialien.
Für jüngere Schülerinnen und Schüler ist in der Regel eine gedankliche und eventuell, bei Bedarf oder nach Wunsch oder nach Aufforderung, mit der pädagogischen Fachkraft besprochene Arbeitsplanung ohne schriftliche Fixierung des Planes passend und ausreichend. Ältere Schülerinnen und Schüler werden von den pädagogischen Fachkräften dazu angeregt und angeleitet, ihre Arbeit längerfristig zu planen und diese Planung auch schriftlich festzuhalten.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit sammeln und dokumentieren die Schülerinnen und Schüler mithilfe dazu vorgesehener Materialien und Ordnungssysteme. Auch dabei werden sie von den pädagogischen Fachkräften bei Bedarf individuell unterstützt. Insbesondere ältere Schülerinnen und Schüler werden dazu angeregt, ihre Lern- und Arbeits-Pläne mit ihren Arbeitsergebnissen zu vergleichen und ihren Lern- und Arbeitsprozess, die Methoden und die zeitliche Gestaltung ihrer Arbeit zu reflektieren.
Grundsätzlich ist es zentrales Ziel der Arche Nova Montessori Schule für Alle, die Schülerinnen und Schüler so anzuregen und zu unterstützen, dass sich möglichst eigenständig arbeiten und ihre Arbeit auch selber planen und reflektieren.
Die Sprache ist einer der größten Schätze unserer Kultur und ist für eine optimale Gesamtentwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung.
Eine der elementarsten Grundlagen zur Teilhabe an unserer Kultur ist das Erlernen der Schriftsprache im Schreiben und Lesen. Nachdem das Kleinkind seine Muttersprache ganzheitlich aufgenommen hat und bereits im Kindergartenalter komplexe grammatikalische Sätze zu bilden in der Lage ist, entsteht bereits im Alter von vier bis fünf Jahren das Interesse an der geschriebenen Sprache, welches sich bis etwa zum 12. Lebensjahr weiter ausbildet.
Wie in kaum einem anderen Bereich der Grundschule bringen die Kinder bei Eintritt ins Schulleben völlig unterschiedliche Voraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen mit. Manche können bereits Buchstaben benennen, kleine Wörter oder sogar ganze Texte lesen, andere kennen noch keinen Buchstaben. In der Arche Nova Montessori Schule für Alle durchläuft das Kind seinen persönlichen Lese- und Schreiblernprozess. Zu Schulbeginn stellen die Lehrkräfte bei jedem Kind den individuellen Wissensstand fest.
Grundlage des Lesen- und Schreibenlernens bilden bei Montessori die Sandpapierbuchstaben. Wenn ein Kind bereits einige Buchstaben kennt, kann es schon dazu übergehen mit Hilfe der Buchstabenkästen, kleine Wörtchen selbst zu erlesen bzw. aufzuschreiben. Das erste Lesen von Wörtern erfolgt mit Hilfe der Lesedosen bzw. Lesekörbchen und geht über zu den Leseheftchen, der Vorform eines Buches. Die vorbereitete Umgebung hält noch eine Vielzahl von Übungen bereit.
Die erste Einführung in die Arbeit mit den Montessori-Materialien erfolgt in der Regel über die Lehrkräfte. Erst nach der ersten Drei-Stufen-Lektion kann das Kind selbständig weiterarbeiten. Die beschriebene Abfolge des Lese- und Schreiblernprozesses ist nicht zwingend vorgegeben, sondern ein Angebot an das Kind.
Nach dem Erwerb des Lesens und Schreibens entdeckt das Kind, dass Wörter Funktionen und eine bestimmte Ordnung haben. Das Montessori-Material bietet eine breite Grundlage zum sinnlichen Erlernen und Vertiefen der deutschen Sprache in Rechtschreibung und Grammatik. Das Material wird durch die Lehrkräfte fortwährend aktualisiert und grammatische Schwerpunkte gesetzt.
Die Lernbereiche "Für sich und andere schreiben" und "Lesen und mit Literatur umgehen" sind fächerübergreifend in den gesamten Schulalltag integriert. Beim Schreiben von freien Texten, Texten zur Kommunikation oder zur Dokumentation, Gebrauchstexten, Fragestellungen und Ergebnisberichten aus dem Bereich der kosmischen Erziehung wird dem Kind immer wieder der Umgang mit der Sprache ermöglicht.
Der Ausbau des eigenen Sprachstils und der schriftlichen Ausdrucksmöglichkeiten gehören zur Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen.
Durch Leseecke, Klassenbibliothek, Besuch der Stadtteilbüchereien, Buchvorstellungen, Lesungen von Schülern, Lehrkräften, Eltern oder Autoren, Einrichtung fester Lesezeiten, Lesenächte, geeignetes Material zum sinnerfassenden Lesen mit Selbstkontrollmöglichkeiten, das "Antolin"-Leseprogramm, die eigenständige Erarbeitung eines Themenbereiches in kosmischer Erziehung uvm. soll die Lesefreude und -bereitschaft geweckt und erhalten und die Lesekompetenz entwickelt und gesteigert werden. In den Freiarbeitsphasen müssen immer wieder Arbeitsanweisungen eigenständig und genau erfasst werden.
Das Bild unserer Gesellschaft ist von Migrationsbewegungen geprägt. Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen leben zusammen. Ihre Ressourcen können sie in unsere Gemeinschaft dann einbringen, wenn sie an unserer Kultur teilhaben. Dazu ist der Erwerb der deutschen Sprache eine wesentliche Voraussetzung. Für Kinder mit einer anderen Muttersprache wird Deutsch als Zweitsprache angeboten. Der Erwerb einer weiteren Fremdsprache folgt für diese Kinder und Jugendlichen erst, wenn die deutsche Sprache sicher in Verständnis und Ausdruck erlernt ist. So wird der Deutschunterricht für diese Schülerinnen und Schüler in der Regel zeitgleich mit und anstelle des Englischunterrichts angeboten.
Nach Möglichkeit erteilt eine speziell hierfür ausgebildete Lehrkraft den Unterricht in Deutsch als Fremdsprache. Sie stellt zusätzlich zu dem für ihren Fachunterricht benötigten Material für die Schülerinnen und Schüler auch geeignetes Lernmaterial zusammen, das in die vorbereitete Umgebung integriert ist und den Schülerinnen und Schülern in der Freiarbeit für ihr Erlernen der deutschen Sprache zu Verfügung steht. Das pädagogische Team der Klasse arbeitet eng mit der Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache zusammen und unterstützt den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler.
Damit die Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache die deutsche Sprache möglichst schnell, korrekt und sicher erlernen, ist es wichtig, dass sie außer dem Englischunterricht in allen anderen Fächern, gerade auch im Deutschunterricht, zusammen mit den muttersprachlich deutschsprachigen Kindern lernen und arbeiten.
In einer Gesellschaft, in der die Grenzen abgebaut werden konnten und die sich zur Europäischen Gemeinschaft zusammengeschlossen hat, müssen die sprachlichen Voraussetzungen geschaffen werden, über die Muttersprache hinaus zu kommunizieren. Eine Sprache zu erlernen, bedeutet auch immer gleichzeitig, mit der Kultur und den Traditionen des jeweiligen Landes vertraut zu werden. So schafft der frühe Fremdsprachenerwerb eine gute Voraussetzung dafür, Beziehungen zu Menschen anderer Nationen aufzubauen.
Der englischen Sprache kommt als europäischer und Welt-Sprache wie auch als weit verbreiteter Sprache in Wirtschaft und Forschung besondere Bedeutung zu. Englisch ist daher auch in der Arche Nova Montessori Schule für Alle in der Regel die erste Fremdsprache, die von den Schülerinnen und Schülern mithilfe verschiedener Angebote erlernt werden kann.
Mit Vollendung des dritten Lebensjahres haben die meisten Kinder ihre Muttersprache vollständig erlernt. Ihnen stehen in dieser Zeit mehr als 3000 Wörter zur Verfügung. Sie haben diese Sprache ohne Anstrengung absorbiert. Jetzt folgt nach Maria Montessori die sensible Phase für die Aneignung einer Fremdsprache, so dass die Kinder zu diesem Zeitpunkt eine weitere Sprache entsprechend mühelos aufnehmen können. Schon im Arche Nova Montessori Kinderhaus erhalten die Kinder daher spielerisch und alltagsnah Gelegenheit, mit der englischen Sprache bekannt und vertraut zu werden.
In der Arche Nova Montessori Schule für Alle wird den Schülerinnen und Schülern ab der ersten Jahrgangsstufe in der Regel zweimal wöchentlich Fachunterricht in Englisch angeboten. Die Schülerinnen und Schüler erlernen einen englischen Basis-Wortschatz und typische englische Redeweisen in verschiedenen Alltagssituationen. Sie kommunizieren in der Fremdsprache im Rahmen von Rollenspielen und möglicherweise auch in ausgedehnterem darstellendem Spiel; sie hören, sprechen und singen auf Englisch. Ab der 3. Jahrgangsstufe werden sie in der Regel auch dazu angeregt und angeleitet, englische Basis-Wörter und Redewendungen zu lesen und zu schreiben. Für die Freiarbeit steht ihnen geeignetes Lern- und Übungsmaterial zu Verfügung.
Angebote für alle Schülerinnen und Schüler, eine zweite (für manche auch dritte) Fremdsprache zu erlernen, werden in der Regel erst ab der 5.Jahrgangsstufe gemacht. Entscheidend für ein (eventuell früheres) Angebot sind die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Interessen der Kinder.
Bei Maria Montessori spielt die ganzheitliche mathematische Bildung des Kindes eine wesentliche Rolle. Die Materialien, die Maria und Mario Montessori für die Mathematik entwickelt haben, sind aufeinander abgestimmt und bauen aufeinander auf. Sie ermöglichen das Erlernen und Erfassen von mathematischen Vorgängen und mathematischem Denken bereits im Kindergartenalter auf konkrete Weise. Das "Be-greifen" im Sinne des Wortes steht im Vordergrund, da jede mit dem Montessori-Material ausgeführte mathematische Operation sinnlich erfahrbar ist. In der Schule sind die Materialien so aufgebaut, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, den Prozess von der enaktiven über die ikonische zur symbolischen Darstellungsebene zu durchlaufen. Je nach Abstraktionsfähigkeit verweilt der Schüler bzw. die Schülerin länger oder kürzer in der konkreten Handlung mit dem Material oder überspringt eine Darstellungsebene. Durch vielfältiges Üben wird die Grundlage für ein mathematisches Verständnis gelegt. Die im Material vorgegebenen Verknüpfungen zwischen Arithmetik, Geometrie und Algebra ergeben ein ganzheitliches Bild und entwickeln das Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, neue Lösungswege zu erproben und zu finden.
Maria Montessori hat ihre Vorstellung von einer kosmischen Erziehung auf der Grundlage einer kosmischen Theorie entwickelt. Sie ging davon aus, dass der gesamten Schöpfung ein einheitlicher Plan zugrunde liegt. Unsere Erde, die Natur stellt eine Ganzheit dar, in der jedes Teil, jede Pflanze und jedes Lebewesen eine Aufgabe für das Ganze erfüllt. Innerhalb dieses Systems nimmt der Mensch eine Sonderstellung ein. Während die Natur unbewusst ihren vorbestimmten "Plan" erfüllt, kann der Mensch Entscheidungen treffen und übt Veränderungen auf die Natur aus. Aufgabe einer kosmischen Erziehung ist es, dem Kind eine Vorstellung von dem Zusammenspiel der Teile der Natur und dem Menschen zu vermitteln. Die Achtung vor und Verantwortung für die Natur und die vom Menschen geschaffenen Kultur sind die wichtigsten Ziele. Bedeutend sind nicht nur Kenntnisse der einzelnen Teilbereiche, sondern das Erkennen der Zusammenhänge und des Zusammenspiels der Kräfte untereinander.
Die "Kosmische Erziehung" Maria Montessoris beinhaltet eine bestimmte Herangehensweise für alle Unterrichtsaktivitäten, bei der sich folgende Unterrichtsprinzipien wiederfinden müssen: Ganzheitliches Lernen - mehrdimensionales Lernen - exemplarisches Lernen - bildhaftes Lernen - praktisches Lernen - Lehren und Lernen durch Beobachten und Experimentieren - Prinzip der Verantwortung - Variabilität im Einsatz von Lehr- und Lernformen, u.a. unter dem Gesichtspunkt von altersgemäßen Entwicklungsaufgaben. Sie umfasst im Unterricht u.a. den kulturkundlichen Bereich (z.B. Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde), den praktischen Bereich (z.B. Hauswirtschaft, Arbeitslehre, Berufvorbereitung und den naturkundlichen Bereich (Biologie, Physik, Chemie).
Die SchülerInnen aller Alterstufen haben die Möglichkeit, mit vielfältigen Materialien und verschiedensten Experimenten, die Welt im Großen und ihre alltägliche Umwelt im Besonderen zu erforschen. Durch das Erkennen von Zusammenhängen können die Kinder und Jugendlichen den Platz des Menschen in der Weltgeschichte entdecken und so auch ihre eigene Position finden. Die Erkenntnis, einzigartig und trotzdem ein Teil eines großen Ganzen zu sein, stabilisiert die SchülerInnen in ihrem Selbstwertgefühl und fördert die Verantwortung für das "große Ganze".
Die Schülerinnen und Schüler der Arche Nova Montessori Schule für Alle erhalten die Möglichkeit, an einem Religionsunterricht gemäß ihres religiösen Bekenntnisses teilzunehmen. Der Religionsunterricht wird von Lehrkräften erteilt, die hierzu von der betreffenden Kirche oder Religionsgemeinschaft bevollmächtigt sind.
Die Schülerinnen und Schüler werden mit den Glaubensinhalten und Lebensrichtlinien ihrer und anderer Religionen vertraut gemacht, historische Hintergründe des Glaubens werden erforscht und traditionelle Grundsätze und Ausdrucksformen des Glaubens auf die gegenwärtige Alltags- und Lebenssituation übertragen. Bedeutung und Ursprung von Festen, Ritualen und Traditionen werden vermittelt und die zentralen religiösen Feste im Jahreskreis bewusst miterlebt.
Schülerinnen und Schüler, die konfessionslos sind, nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen oder hiervon abgemeldet wurden, erhalten im Rahmen des Ethikunterrichts intensive Gelegenheit, menschliches Verhalten und seine Bewertung zu reflektieren. Die Grundlage des Ethikunterrichts, der Lehre vom sittlichen und moralischen Verhalten, ist "das Gute" als Richtschnur des rechten und vernünftigen Handelns. Die Schülerinnen und Schüler lernen über eine aktive, handlungsorientierte Auseinandersetzung mit konkreten Situationen des täglichen Lebens, ethisch relevante Situationen wahrzunehmen und verantwortungsbewusst zu urteilen und zu handeln. Die eigene Urteilsbildung in Folge intensiven Denkens und Diskutierens wird geschult und in verschiedene Handlungsmöglichkeiten und Projekte umgesetzt. Sittlich-moralische Konsequenzen für die eigene Person haben eine kontinuierliche Wirkung auf die Mitmenschen und die Umwelt.
Der individuelle Ausdruck und die freie Entfaltung sind ein Grundbedürfnisse des Menschen, denen gerade im Bereich Kunsterziehung und Werken/Textiles Gestalten Rechnung getragen werden kann. Ziel der Fächer Kunsterziehung und Werken/Textiles Gestalten ist die Schulung des ästhetischen Empfindens, der sinnlichen Wahrnehmung und das Training der Feinmotorik. Weiterhin werden verschiedene Formen des Ausdrucks und der Selbstdarstellung entwickelt, eigene Ideen ausgeführt und sich im verantwortungsvollen Umgang mit Werkzeug und Material geübt. Im Laufe des Schuljahres führt die Lehrkraft in verschiedene Techniken ein, bei denen die i9nteressierten SchülerInnen die Handhabung der Werkzeuge beobachten und anschließend ausprobieren können. Unterrichtsgänge zu Museen, Denkmälern, Ausstellungen, Ateliers, Handwerksbetrieben etc. ermöglichen dem Schüler bzw. der Schülerin Erfahrungen mit allen Sinnen. Durch Einblicke in die europäische und außereuropäische kulturelle Geschichte können Kunsterziehung und Werken/Textiles Gestalten fachübergreifend in die Freiarbeit einbezogen werden.
Im Mittelpunkt der Musikerziehung steht die Freude an der Musik, das freie Ausprobieren und Entdecken. Beim Singen und Musizieren werden alle Sinne eingesetzt, so dass es zu einer positiven Beeinflussung der Intelligenz führt. Die Kinder sollen sowohl an deutsche und europäische Musik und Musiktheorie herangeführt werden als auch an solche aus anderen Kulturen. Sie erfahren die Musik als Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Rezipieren und Musizieren werden gleichermaßen gefördert. Auch für das Fach Musikerziehung existiert eine vorbereitete Umgebung, in der die Kinder mit verschiedenen Rhythmusinstrumenten und Klangkörpern, Aufnahme- und Wiedergabegeräten ihre eigenen Klangwelten erforschen können. Das gemeinsame Singen und Musizieren, das in den Schulalltag integriert ist, fördert die Kompetenz im Zusammenwirken.
Die Arbeit mit dem Computer und den modernen Medien gehört inzwischen zu den Kulturtechniken und zur allgemeinen Grundausstattung. In der Arche Nova Montessori Schule für Alle erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass "alte" Medien wie Bücher, Schallplatten, Zeitungen oder Plakate ebenso ihren Wert und ihre Geschichte besitzen wie die "modernen" Medien Computer oder Digitalfilm, CD und DVD. Sie lernen die verschiedenen Einsatzgebiete der jeweiligen Medien in Forschung, Information, Unterhaltung und Werbung kennen und kritisch beurteilen. Das Nachschlagen in einem Lexikon soll ihnen ebenso geläufig werden wie die Recherche im Internet. Das Ziel ist ein sinnvoller, kritischer und kreativer Umgang mit den einzelnen Medien.
Jede Klasse sollte einmal im Jahr für mehrere Tage auf Reisen gehen. Die vielen Eindrücke der neuen Umgebung und der gemeinsame Aufenthalt außerhalb der Schule unterstützen den Zusammenhalt der Gruppe, fördern die Selbständigkeit der Kinder und geben jedem die Möglichkeit, sich unter veränderten Bedingungen in der vertrauten Gruppe zu zeigen und dabei sich selbst und die Anderen zu erleben.
Die große Perspektive der Arche Nova Montessori Schule für Alle ist die Verwirklichung der Inklusion. Um diesem Ziel näher zu kommen, müssen die Schule, ihr Konzept, ihre MitarbeiterInnen, ihre Strukturen und ihr Regelwerk sich einer ständigen Überprüfung unterziehen. Diese Prüfung muss sowohl von innen, also subjektiv erfahrbar sein, als auch von außen, also objektiv erfolgen. Die Entwicklung einer inklusiven Schule ist ein permanenter Prozess, an dem alle Beteiligten mitwirken. Die Vision der Realisierung einer inklusiven Schule liegt allen unseren Bestrebungen zugrunde.
Zur Selbstevaluation und als Mittel inklusiver Schulentwicklung liegt uns der Index für Inklusion vor.
Für eine fachlich fundierte externe Evaluation bemühen wir uns für die ersten Jahre um eine wissenschaftliche Begleitung durch Professor Ulrich Heimlich, Lehrstuhl für Sonderpädagogik und Professor Heiner Keupp, Lehrstuhl für Sozialpsychologie, an der LMU München, in Kooperation mit Professor Andreas Hinz, Lehrstuhl für allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik, Martin Luther Universität, Halle-Wittenberg.
Die Arche Nova Montessori Schule für Alle ist als eine durchgängige Schule geplant. Nach der Eingangsklasse (Jahrgangsstufe 1-3) mit Hort, streben wir ab der Jahrgangsstufe vier die Form einer Ganztagsschule an.
Damit ruhiges, entspanntes Lernen in einer angenehmen und tragenden Atmosphäre stattfinden kann, brauchen die Kinder und Jugendlichen uneingeschränkte Zeit. So kann sich die Arbeit im rhythmisierten Wechsel von Konzentration und Entspannung, Neigung und Pflicht, Bewegung, Stillarbeit und Kreativität über den Tag verteilen. Für alle Kinder und Jugendlichen, besonders aber auch für jene mit erhöhtem Förderbedarf, ist eine Zeitspanne von vier Stunden nicht ausreichend, um sich auf interessante Themen einlassen zu können. Die Polarisation der Aufmerksamkeit (nach Maria Montessori ) kann nur erfolgen, wenn kein Zeitdruck besteht. Auch die Organisation der demokratischen Prinzipien der Arche Nova Montessori Schule für Alle, das 5-Säulen-Prinzip, erfordert Zeit, die über einen normalen Schulvormittag hinausgeht. Daher wäre die Ganztagsschule bereits ab der ersten Klasse wünschenswert
Um eine stabile soziale Gruppenstruktur während der Schulzeit und speziell in der Sekundarstufe zu gewährleisten, ist es wichtig, immer genügend Schülerinnen und Schüler aus dem eigenen Kinderhaus und der eigenen Schule in jeder jahrgangsgemischten Klasse zu haben. Daher streben wir die Zweizügigkeit für die beiden ersten Klassenstufen (Jahrgangsstufe 1-6) an.
Vorerst wird die Arche Nova Montessori Schule für Alle bis zur zehnten Jahrgangsstufe aufgebaut. Wie die Schülerinnen und Schüler anderer bayerischer Montessori-Schulen sollen auch unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, nach Abschluss der 9. Jahrgangsstufe den erfolgreichen oder als externe Prüflinge an einer staatlichen Hauptschule, den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erwerben. Am Ende der 10. Jahrgangsstufe soll für sie die Möglichkeit bestehen, ebenfalls extern an einer staatlichen Realschule den Mittleren Bildungsabschluss zu erwerben. Als "Schule für Alle" wünschen wir uns für unsere Schülerinnen und Schüler, mit entsprechender Begabung, auch eine unseren pädagogischen Prinzipien folgende Sekundarstufe II, die ihnen die Möglichkeit gibt, eine Fach-, fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Nur so können die Schülerinnen und Schüler tatsächlich entscheiden, mit welchem Abschluss sie die Schule verlassen, in welchen Berufszweig sie gehen möchten oder ob sie ein Hochschulstudium anschließen wollen. Die Arche Nova Montessori Schule für Alle hat vor, mit anderen Montessori-Schulen des Montessori Landesverbandes Bayern am Aufbau und der Gestaltung einer Münchner Montessori Fachoberschule zu arbeiten.
Der Gedanke der Inklusion ist in Deutschland noch relativ neu. In den Schulen anderer Länder wie z.B. Kanada und Australien, aber auch Brasilien und Indien wird nach diesem Konzept schon seit längerem gearbeitet. Um die Internationalität des inklusiven Gedankens zu unterstreichen, streben wir Kooperationen zu Schulen mit einem vergleichbaren Ansatz in der ganzen Welt an. Die Zusammenarbeit soll über den Gedanken- zum Schüleraustausch führen, Partnerschaften sollen geschlossen werden, die Globalität für die Schülerinnen und Schüler der Arche Nova Montessori Schule für Alle sichtbar und begreifbar werden. Als Ansatz hierzu dient das von Professor Heimlich initiierte "Netzwerk Inklusiver Schulen".